
Was den Perserteppich besonders macht – und was das für die Reinigung bedeutet
Drei Eigenschaften unterscheiden den handgeknüpften Perser von industrieller Ware – und alle drei bestimmen, wie er gereinigt werden darf:
Die Wolle: Hochwertige Teppichwolle enthält Lanolin – das natürliche Wollfett, das Schmutz abweist und die Faser geschmeidig hält. Aggressive Reiniger, heißes Wasser und Dampf lösen dieses Fett heraus; die Wolle wird stumpf, spröde und schmutzanfällig.
Die Farben: Viele Perserteppiche sind mit Naturfarben aus Pflanzen und Mineralien gefärbt. Diese Farben leuchten über Jahrzehnte, sind aber empfindlich gegen Bleichmittel, Säuren (Essig!) und zu viel Feuchtigkeit – sie können verlaufen und ausbleichen.
Die Knüpfung: Jeder Knoten ist von Hand um die Kettfäden gelegt. Rotierende Bürsten, scharfes Schrubben und starke Saugkraft lockern die Knoten und ziehen Fasern heraus – besonders an Fransen und Kanten.
Die richtige Pflege im Alltag: regelmäßig, aber sanft
Saugen – aber richtig
Regelmäßiges Staubsaugen ein- bis zweimal pro Woche genügt – das gilt für Perser wie für alle Orientteppiche. Wichtig: glatte Bodendüse ohne rotierende Bürstwalze, mittlere Saugstufe, in Florrichtung arbeiten und die Fransen auslassen. So holen Sie den Oberflächenstaub, ohne Knoten und Flor zu strapazieren.
Drehen und wenden
Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr um 180 Grad – so verteilen sich Lichteinfall und Laufspuren gleichmäßig. Einmal im Jahr lohnt sich außerdem: Teppich umdrehen, Rückseite saugen oder im Freien vorsichtig ausklopfen. Sie werden staunen, wie viel Tiefenstaub herauskommt.
Sofort reagieren bei Flecken
Frische Flecken mit Küchenpapier aufnehmen und mit kaltem Wasser abtupfen – nie reiben. Die ausführliche Anleitung für jede Fleckenart finden Sie in unserem Ratgeber Teppich Flecken entfernen.
Schutz vor Motten, Druckstellen und Sonne
Kontrollieren Sie halbjährlich die Bereiche unter Möbeln auf Mottenbefall (kahle Stellen, Gespinste), nutzen Sie Filzgleiter unter Möbelfüßen und schützen Sie den Teppich vor dauerhafter direkter Sonneneinstrahlung – sie bleicht auch die besten Naturfarben aus.
Perserteppich selbst reinigen: Was geht – und was nicht
Erlaubt: die sanften Methoden
- Trocken absaugen – die Basis jeder Pflege
- Ausklopfen im Freien – über einer Stange, mit der Rückseite nach oben, nie mit Gewalt
- Natron gegen leichte Gerüche – trocken aufstreuen, über Nacht einwirken lassen, gründlich absaugen
- Kaltes Wasser bei frischen Flecken – tupfen, trocknen lassen, fertig
- Der alte Schnee-Trick – bei Pulverschnee und Minusgraden: Teppich mit dem Flor nach unten auf den Schnee legen, ausklopfen, abkehren. Die Kälte bindet Staub und frischt Farben auf – so wuschen schon die Nomaden ihre Teppiche zwischen den Wäschen
Verboten: Diese Fehler ruinieren Ihren Perserteppich
- Dampfreiniger und Kärcher – Hitze zerstört Wollfett und kann Farben verlaufen lassen
- Teppichshampoo, Teppichreiniger und Fleckenspray – solche Reinigungsmittel hinterlassen klebrige Rückstände, an denen neue Verschmutzung haftet
- Nassreinigung in Eigenregie – durchnässtes Grundgewebe trocknet zu Hause kaum vollständig: Es drohen Schimmel, Stockflecken und Verziehen
- Waschmaschine – selbst kleine Perserbrücken verfilzen und verlieren ihre Form
- Scharfes Bürsten – zieht Fasern aus den Knoten und raut den Flor auf
Die traditionelle Handwäsche: So wird ein Perserteppich professionell gereinigt
Alle paar Jahre braucht jeder Perserteppich die komplette Wäsche – so wie sie im Orient seit Jahrhunderten praktiziert wird. In unserer Teppichwäscherei in Hamburg läuft sie in fünf Schritten ab:
1. Begutachtung: Material, Farben, Knüpfung und Vorschäden werden geprüft und die Farbechtheit getestet – jeder Teppich bekommt sein eigenes Waschprogramm.
2. Entstaubung: Vor jeder Wäsche wird der Tiefenstaub mechanisch herausgeklopft – oft mehrere Kilo Sand und Staub, die kein Staubsauger je erreicht hat.
3. Handwäsche: Mit viel klarem Wasser, milder Bio-Seife und weichen Bürsten wird der Teppich in Florrichtung gewaschen – von Hand, ohne Maschinen. Hartnäckige Flecken und Gerüche werden einzeln vorbehandelt.
4. Spülen und Entwässern: Gründliches Ausspülen entfernt alle Seifenreste; anschließend wird das Wasser schonend aus dem Gewebe gepresst – nicht geschleudert.
5. Trocknung und Finish: Langsame, liegende Trocknung bei kontrollierter Luftzirkulation verhindert Verziehen. Zum Schluss wird der Flor gebürstet und jede Stelle kontrolliert. Das Ergebnis: leuchtende Farben, aufgerichteter Flor, hygienische Frische.
Was kostet die Perserteppich-Reinigung?
Die professionelle Handwäsche kostet bei uns ab 12 €/m² für Wollteppiche und ab 25 €/m² für Seide – inklusive Entstaubung, Fleckenvorbehandlung, Trocknung und Endkontrolle. Ein typischer Perser mit 2 × 3 m kostet damit ab 72 €. Abholung und Lieferung sind in Hamburg kostenlos, der Festpreis steht vor der Abholung fest – alle Details in der Preisliste.
Häufige Fragen zur Perserteppich-Reinigung
Wie oft sollte man einen Perserteppich reinigen lassen?
Kann ich meinen Perserteppich mit dem Kärcher oder Dampfreiniger reinigen?
Welche Hausmittel sind beim Perserteppich erlaubt?
Was kostet es, einen Perserteppich professionell reinigen zu lassen?
Verliert mein Perserteppich durch die Wäsche an Wert?
Wie entferne ich Tierhaare und Staub aus dem Perserteppich?
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