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Teppich-WissenKlassische Perserteppiche
Isfahan, Nain, Täbriz, Kaschan: Die klassischen Stadtteppiche Persiens entstehen nach gezeichneter Vorlage – jede Provenienz mit eigener Handschrift, eigenem Farbklang und eigener Preisklasse.

Stadtteppiche: geknüpft nach gezeichneter Vorlage
Als klassischen Perserteppich bezeichnet der Handel die Stadtware – Teppiche aus den Manufakturen der iranischen Knüpfzentren, die nach einer gezeichneten Vorlage entstehen. Ein Entwerfer legt das Muster kariert auf Papier an, wobei jedes Kästchen für einen einzelnen Knoten steht. Danach arbeiten mehrere Knüpferinnen gemeinsam an einem Stück, oft ein Jahr und länger am selben Webstuhl.
Diese Arbeitsweise prägt den Charakter: exakte Symmetrie, sauber durchlaufende Bordüren, weich geschwungene Ranken. Wo der Nomadenteppich improvisiert, folgt der Stadtteppich einem Plan. Die Kette besteht fast immer aus Baumwolle, bei Spitzenqualitäten auch aus Seide – beide Materialien arbeiten weniger als Wolle und halten den Teppich dauerhaft in Form.
Markennamen gibt es in dieser Welt nicht, dafür Provenienzen. Der Name auf dem Etikett – Isfahan, Nain, Kaschan – benennt die Herkunftsstadt und damit eine über Generationen gewachsene Bauweise. Wer die wichtigsten Provenienzen auseinanderhalten kann, ordnet Angebot und Preis deutlich sicherer ein.
Die wichtigsten Provenienzen
Isfahan gilt vielen als Spitze der persischen Knüpfkunst: sehr feine Knüpfung, seidige Korkwolle, Seidenkonturen um die Ranken und meist ein zentrales Medaillon auf elfenbeinfarbenem oder tiefblauem Grund. Nain steht dem nahe, arbeitet aber heller – Creme, Beige, Hellblau. Dort geben die Kürzel 9La, 6La und 4La an, aus wie vielen Fäden ein Kettstrang gedreht ist; je kleiner die Zahl, desto feiner der Teppich.
Täbriz im Nordwesten deckt die größte Bandbreite ab, von robuster Gebrauchsware bis zu extrem feinen Stücken jenseits von 700.000 Knoten. Kaschan ist für sattes Krapprot mit dunkelblauem Medaillon bekannt, Ghom für seidige Feinheit in kleinen Formaten, Kerman für weiche Pastelltöne und großzügig ausgebreitete Blütenfelder.
Gröber, dafür ausgesprochen strapazierfähig sind Sarough, Heriz und Bidjar. Der Bidjar heißt im Handel nicht ohne Grund Eisenteppich: Der Schussfaden wird so fest eingeschlagen, dass das Gewebe schwer und beinahe steif wird – ein Teppich, der Jahrzehnte im Flur übersteht, ohne müde zu wirken.
Muster verstehen: Medaillon, Feld und Bordüre
Der klassische Aufbau kennt drei Zonen: das Innenfeld, das Medaillon in der Mitte mit den dazugehörigen Eckzwickeln und die umlaufende Bordüre aus einem breiten Haupt- und mehreren schmalen Nebenstreifen. Wer dieses Prinzip einmal erfasst hat, erkennt es in nahezu jedem Stadtteppich wieder.
Die wiederkehrenden Motive tragen Namen. Das Herati-Muster verbindet eine Rosette mit vier geschwungenen Blättern, der tropfenförmige Boteh wurde in Europa zum Paisley, die Palmette ist eine stilisierte Blüte im Querschnitt. Jagd- und Gartenteppiche erzählen ganze Szenen, Gebetsteppiche zeigen einen Nischenbogen, der beim Gebet nach Mekka ausgerichtet wird.
Auch die Farben folgen einer Tradition: Rot aus der Krappwurzel, Blau aus Indigo, Gelb aus Reseda oder Safran, Braun aus Walnussschale. Erst mit den synthetischen Farbstoffen ab dem späten 19. Jahrhundert wurde die Palette breiter – und in den frühen Jahren zugleich weniger lichtbeständig.
Knüpfdichte, Wolle und Handarbeit
Die Feinheit wird in Persien in Raj gemessen, der Zahl der Knoten auf sieben Zentimetern Kettbreite. Rund 30 Raj entsprechen etwa 180.000 Knoten pro Quadratmeter, 50 Raj liegen bei ungefähr 510.000. Die Zahl allein sagt jedoch wenig: Ein feiner Isfahan aus mittelmäßiger Wolle altert schlechter als ein gröber geknüpfter Heriz aus erstklassiger Hochlandwolle.
Achten Sie deshalb zuerst auf das Material. Korkwolle – die feine Unterwolle vom Hals des Schafs – fühlt sich kühl und seidig an und behält über Jahrzehnte ihren Glanz. Wolle aus Winterschur ist elastischer als Sommerwolle, weil der Fettanteil höher liegt.
Ob wirklich von Hand geknüpft wurde, verrät die Rückseite: Das Muster ist dort ebenso scharf gezeichnet wie auf der Oberseite, die Knotenreihen verlaufen minimal unregelmäßig, und die Fransen sind die Fortsetzung der Kettfäden. Ein angenähtes Fransenband und eine verklebte, gleichförmige Rückseite sprechen für Maschinenware.
Preis-Einordnung
Bei neuer iranischer Stadtware reicht die Spanne weit. Einfachere Qualitäten aus Heriz beginnen im Handel bei etwa 250 Euro pro Quadratmeter, solide Täbriz bewegen sich meist zwischen 600 und 1.500 Euro, feine Isfahan und Nain liegen deutlich darüber. Ein Isfahan in 200 × 300 Zentimetern kann damit ohne Weiteres den fünfstelligen Bereich erreichen.
Diese Zahlen sind Anhaltspunkte, keine Zusage. Was ein bestimmtes Stück erzielt, hängt an Wolle, Zeichnung, Zustand und der Nachfrage im Moment des Verkaufs; bei gebrauchten Teppichen kommt der Zyklus des Marktes hinzu. Für eine erste Einschätzung genügen uns scharfe Aufnahmen von Vorder- und Rückseite sowie die exakten Maße.
Pflege im Alltag
Saugen Sie mit der Glattdüse und in Florrichtung; rotierende Bürsten lockern den Flor und arbeiten mit der Zeit an den Kanten. Ein Drehen um 180 Grad ein- bis zweimal jährlich verteilt Sonnenlicht und Laufwege gleichmäßig über die Fläche.
Eine gründliche Handwäsche steht bei durchschnittlicher Wohnnutzung etwa alle vier bis sechs Jahre an, im Esszimmer oder Flur entsprechend früher. Am Alstertor 20 in Hamburg klopfen wir den Teppich zuerst staubfrei, prüfen anschließend jede Farbe einzeln auf Echtheit und waschen erst dann von Hand.
Die klassischen Stadtprovenienzen unterscheiden sich stärker, als Fotos vermuten lassen. Unser Shop führt sie gebündelt unter klassische Perserteppiche, nach Herkunft sortiert.

Klassische Perserteppiche kaufen
Isfahan
162 × 259 cm
7.140 €
Isfahan Seidenkette
109 × 181 cm
3.273 €
Kerman
146 × 229 cm
1.637 €
Keshan
289 × 401 cm
5.950 €
Bidjar
273 × 381 cm
5.950 €
Farahan
107 × 302 cm
893 €
Sarough
69 × 124 cm
491 €
Nain 9La
94 × 133 cm
670 €
Keshan
249 × 351 cm
3.719 €
Tabriz 50Raj
251 × 353 cm
15.768 €
Tabriz 50Raj
66 × 399 cm
3.868 €
Bidjar
205 × 303 cm
9.163 €
Häufige Fragen zu Klassische Perserteppiche
Was macht einen echten Perserteppich aus?
Ein echter Perserteppich ist von Hand im Iran geknüpft, Knoten für Knoten um die gespannten Kettfäden. Erkennbar ist das an der Rückseite, auf der das Muster genauso deutlich erscheint wie vorn, und an den Fransen, die als Verlängerung der Kette aus dem Teppich herauslaufen. Teppiche aus anderen Ländern im persischen Stil heißen korrekt Orientteppiche, nicht Perserteppiche.
Welche Provenienz ist die beste?
Eine allgemeingültige Rangfolge gibt es nicht, weil die Provenienzen unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Isfahan, Nain und Ghom stehen für feinste Knüpfung und repräsentative Räume, Heriz, Sarough und Bidjar für Robustheit in stark begangenen Bereichen. Entscheidend ist, was der Teppich aushalten soll und welcher Farbklang zum Raum passt.
Was bedeutet Raj bei einem Perserteppich?
Raj ist das persische Maß für die Knüpfdichte und zählt die Knoten auf sieben Zentimetern Kettbreite. Etwa 30 Raj entsprechen rund 180.000 Knoten pro Quadratmeter, 50 Raj liegen bei ungefähr 510.000. Ein höherer Raj-Wert erlaubt feinere Zeichnung, ersetzt aber keine gute Wolle.
Wie unterscheide ich Handknüpfung von Maschinenware?
Drehen Sie den Teppich um: Bei Handknüpfung ist das Muster auf der Rückseite scharf zu erkennen und die Knotenreihen sind leicht ungleichmäßig. Maschinenteppiche zeigen dort eine gleichförmige, oft verklebte Struktur und tragen angenähte Fransenbänder. Auch minimale Abweichungen in Symmetrie und Farbe sprechen für Handarbeit.
Wie oft sollte ein klassischer Perserteppich gewaschen werden?
Bei normaler Wohnnutzung ist eine professionelle Handwäsche etwa alle vier bis sechs Jahre sinnvoll, im Flur und Esszimmer deutlich häufiger. Zwischendurch genügen regelmäßiges Saugen und das sofortige Abtupfen frischer Flecken. Vor einer längeren Einlagerung sollte der Teppich in jedem Fall gewaschen werden, weil Staub und Speisereste Motten anziehen.
Region Persien · Perserteppich kaufen · Teppichreinigung Hamburg · Teppichankauf
Klassische Perserteppiche: Beratung, Reinigung oder Ankauf?
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