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Perserteppich-ProvenienzBachtiar-Teppiche
Ein Feld, aufgeteilt in lauter kleine Gärten: Der Bachtiar aus dem Zagros-Gebirge verbindet eines der strengsten Ordnungsmuster der persischen Knüpfkunst mit besonders grober, widerstandsfähiger Wolle.

Was ist ein Bachtiar-Teppich?
Der Bachtiar-Teppich ist ein handgeknüpfter Perserteppich, den halbnomadische Bachtiaren in den Dörfern der iranischen Provinz Tschahar Mahal und Bachtiyari knüpfen – im Zagros-Gebirge westlich von Isfahan. Kennzeichnend ist das Khesti- oder Gartenfeldmuster: ein in Felder geteiltes Bildfeld, in dem jedes Feld ein eigenes Motiv trägt. Die Schreibweisen Bachtiari, Bakhtiar und Bakhtiari meinen dieselbe Herkunft.
Im Handel läuft diese Provenienz meist unter den Nomadenteppichen, obwohl die Webstühle längst in festen Häusern stehen.
Die Bachtiaren zählen zu den größten halbnomadischen Verbänden Irans. Ein Teil der Stämme zieht bis heute zweimal im Jahr über die Pässe des Zagros zwischen Winter- und Sommerweide; diese Wanderung wurde 1925 in einem der frühesten abendfüllenden Dokumentarfilme überhaupt festgehalten und machte das Volk international bekannt. Geknüpft wird jedoch überwiegend nicht unterwegs, sondern in den sesshaft gewordenen Dörfern.
Im Handel werden Bachtiar-Teppiche gelegentlich mit Isfahan in Verbindung gebracht, weil die Ware traditionell über den Basar der rund 100 Kilometer östlich gelegenen Stadt verkauft wurde. Mit der feinen Isfahaner Stadtknüpferei teilen sie jedoch weder Material noch Muster. Innerhalb der Region differenziert der Fachhandel stattdessen nach Knüpfdörfern; der Name Tschal Schotor steht dabei für besonders sorgfältig gearbeitete Stücke.
Die wichtigsten Knüpforte liegen dicht beieinander: Tschal Schotor, Saman, Farsan, Boldaji, Babaheidar und die Provinzhauptstadt Schahr-e Kord. Weil dort feste, große Webstühle stehen, entstehen anders als bei reiner Nomadenware auch große Zimmerformate – der Bachtiar ist damit einer der wenigen Stammesteppiche, den es problemlos in 250 × 350 Zentimetern gibt.
Steckbrief
| Herkunft | Provinz Tschahar Mahal und Bachtiyari, westlich von Isfahan im Zagros |
|---|---|
| Qualitätsstufen | Bibibaff als feinste Stufe, daneben die übliche Dorfqualität |
| Knüpfdichte | 90.000 Knoten/m² aufwärts, Bibibaff-Qualitäten über 200.000 |
| Material | kräftige Zagros-Bergwolle auf Baumwollkette, überwiegend symmetrischer Türkischer Knoten |
| Typische Größen | 160 × 230 und 200 × 300 Zentimeter, dazu große Zimmerformate |
| Preisniveau | neu 200 bis 500 Euro pro Quadratmeter, Bibibaff 500 bis 900 Euro pro Quadratmeter |
| Erkennungszeichen | Khesti-Muster: das Feld in rechteckige oder rautige Gartenfelder geteilt, jedes mit eigenem Motiv |
Was bedeutet das Gartenmuster beim Bachtiar-Teppich?
Khesti heißt wörtlich „ziegelartig“ und beschreibt genau, was man sieht: Das Feld ist durch schmale Bänder in zwölf bis über dreißig rechteckige oder rautige Kompartimente geteilt. Jedes dieser Felder trägt ein eigenes Motiv – eine Zypresse, einen Weidenbaum, eine Blütenvase, ein Boteh oder einen Lebensbaum. Kein Nachbarfeld wiederholt sich unmittelbar, sodass beim Betrachten immer etwas Neues auftaucht.
Das Muster hat einen konkreten Ursprung: den persischen Vierteilungsgarten, den Tschahar Bagh, in dem Wasserläufe eine Anlage in gleich große Beete teilen. Der Teppich bildet diesen Garten aus der Vogelperspektive ab. Neben dem Khesti-Typ gibt es auch Bachtiar-Teppiche mit einem großen zentralen Medaillon; sie sind seltener und stammen meist aus den Werkstätten der größeren Orte.
Neben dem Khesti-Feld begegnen zwei weitere Musterungen: Reihen von Rauten, wie sie auch andere Stammesteppiche kennen, und das Gol-e-Farang – wörtlich die fremde Blume –, ein europäisch anmutendes Rosenmotiv, das im 19. Jahrhundert über Handelskontakte nach Persien kam. Tierfiguren treten dagegen zurück; anders als beim Shiraz aus dem Süden bleibt die Zeichnung hier bei Pflanzen. Weil jedes Feld einzeln gefüllt wird, ist praktisch jeder Bachtiar ein Unikat.
Farblich fällt der Bachtiar aus dem Rahmen. Neben kräftigem Rot und Dunkelblau kommen Gelb, Gold, Grün und Elfenbein in einer Selbstverständlichkeit vor, die man bei anderen Persern selten findet – deshalb wirken diese Teppiche lebendiger und bunter als Stadtware. Die Wolle der Zagros-Schafe ist grob, fettreich und langfaserig. Geschoren wird der Flor dagegen kurz: Die Strapazierfähigkeit kommt bei diesem Typ nicht aus der Florhöhe, sondern aus der Faser und dem schweren Grundgewebe.
Woran erkenne ich einen Bachtiar-Teppich – und was ist Bibibaff?
Einen Bachtiar erkennen Sie am Khesti-Feld mit seinen einzeln gefüllten Kompartimenten, an der ungewöhnlich farbigen Palette mit Gelb und Grün und am Gewicht: Das Gewebe ist deutlich schwerer als bei anderen Dorfteppichen gleicher Größe. Auf der Rückseite laufen die Feldgrenzen als klare Linien durch, und der Knoten ist überwiegend symmetrisch geknüpft.
Die Spitzenqualität dieses Typs heißt Bibibaff, sinngemäß „von der Herrin geknüpft“. Der Name geht auf Teppiche zurück, die für die Familien der Stammesfürsten entstanden: feiner gesponnenes Garn, häufig Korkwolle, sorgfältiger gezeichnete Feldmotive und Knüpfdichten oberhalb von 200.000 Knoten pro Quadratmeter. Normale Dorfware liegt bei 90.000 bis 200.000 Knoten und ist gröber, aber keineswegs schlechter gebaut.
Weil beide Qualitäten dasselbe Muster tragen, lohnt der genaue Blick. Bei einem Bibibaff sind die Trennbänder zwischen den Feldern schmal und exakt gezogen, die kleinen Motive in sich sauber gezeichnet und die Konturen nicht ausgefranst. Bei einfacher Ware verlaufen dieselben Bänder breiter, und die Motive wirken aus zwei Metern Entfernung eher als Farbfleck denn als Zypresse.
- Trennbänder: schmal, gerade und über die volle Länge gleich breit – das ist das schnellste Qualitätsmerkmal bei Khesti-Mustern.
- Wolle: Zagros-Wolle darf sich schwer und leicht fettig anfühlen. Trockene, leichte Wolle bei diesem Typ ist ein Warnsignal.
- Gewicht: Ein guter Bachtiar fühlt sich beim Anheben deutlich schwerer an, als seine Größe vermuten lässt.
- Rückseite: Die Feldgrenzen müssen hinten genauso klar zu erkennen sein wie vorn; verwischte Konturen zeigen lockere Knüpfung.
- Farbe: Gelb und Grün sind bei diesem Typ die empfindlichsten Töne – prüfen Sie sie im Tageslicht auf ungleichmäßiges Ausbleichen.
- Kanten: Bei schweren Geweben reißen die seitlichen Umstechungen zuerst. Sie lassen sich gut erneuern, gehören aber in die Preisverhandlung.
| Kriterium | Bibibaff | Übliche Dorfqualität |
|---|---|---|
| Knüpfdichte | über 200.000 Knoten/m² | 90.000–200.000 Knoten/m² |
| Garn | fein gesponnen, häufig Korkwolle | kräftige Zagros-Schurwolle |
| Trennbänder | schmal und exakt gezogen | breiter, leicht unruhig |
| Feldmotive | einzeln sauber ausgezeichnet | aus Distanz eher Farbfleck |
| Preis neu | 500 bis 900 Euro pro Quadratmeter | 200 bis 500 Euro pro Quadratmeter |
Was ist ein Bachtiar-Teppich wert?
Über den Wert eines Bachtiar-Teppichs entscheiden Qualitätsstufe, Alter, Zustand von Flor und Kanten, Format und Farbigkeit. Ein Bibibaff mit feiner Zeichnung und vollem Flor liegt um ein Mehrfaches über einer gleich großen Dorfqualität. Das Format wiegt dabei weniger schwer als bei Stadtware, weil große Maße in dieser Region ohnehin üblich sind.
Antike Stücke, vor 1930 entstanden und pflanzlich gefärbt, bilden noch einmal eine eigene Kategorie – sofern sie nicht großflächig repariert wurden. Lässt sich die Provenienz dagegen nicht eindeutig zuordnen, landet ein Stück im Ankauf regelmäßig eine Stufe tiefer.
Für gebrauchte Bachtiar-Teppiche üblicher Dorfqualität bewegen sich die Ankaufspreise überwiegend im dreistelligen Bereich, je nach Größe im unteren oder mittleren Drittel; gepflegte Bibibaff und große, gut erhaltene Formate reichen darüber hinaus. Mottenfraß in den ruhigen Zonen unter Möbeln, ausgelaufene Enden und chemisch nachgetönte Felder drücken den Preis erheblich. Belastbar wird eine Zahl erst nach Sichtung des Originals.
Ein Hinweis aus der Praxis: Bei Bachtiar-Teppichen wird der Zustand häufig unterschätzt, weil das kleinteilige Khesti-Muster Abnutzung optisch schluckt. Drehen Sie ihn vor dem Verkauf deshalb einmal um und lassen Sie flaches Licht über die Unterseite streichen. Dünn gelaufene Zonen zeichnen sich dort als hellere Flächen ab, lange bevor man sie von vorn sieht.
Für die kostenlose Ersteinschätzung genügen uns vier Aufnahmen per WhatsApp: das Feld im Ganzen, ein Ausschnitt der Rückseite bei Tageslicht, eine Ecke mit Kante und Endabschluss sowie jede Stelle, die Sie selbst als Schaden einstufen würden – dazu Länge und Breite in Zentimetern. Wohnen Sie in der Nähe und tragen sich mit einem Verkauf, können Sie den Teppich auch direkt in unserer Werkstatt in Hamburg vorbeibringen; wir sehen ihn uns kostenfrei an, und Sie entscheiden danach in Ruhe.
Wie reinige ich einen Bachtiar-Teppich richtig?
Der kurze, fettreiche Flor macht den Bachtiar strapazierfähig und hält Schmutz erstaunlich lange an der Oberfläche. Genau deshalb wird er oft zu spät gewaschen: Was man sieht, ist meist nur ein Bruchteil dessen, was schon im Knotengrund liegt. Regelmäßiges Saugen ohne Bürstenwalze und das gelegentliche Umdrehen des Teppichs zum Absaugen der Unterlage helfen mehr als jedes Pflegemittel.
Zwei Situationen setzen dem schweren Gewebe zu. Die erste ist Dauerdruck: Ein voll besetztes Sofa presst den kurz geschorenen Flor über Jahre platt, und er richtet sich anders als bei hochflorigen Teppichen kaum von allein wieder auf – Untersetzer unter den Möbelfüßen und ein gelegentliches Verrücken um wenige Zentimeter beugen vor. Die zweite ist direktes Sonnenlicht: Gelb und Grün, die Signaltöne dieser Provinz, bleichen schneller aus als Rot und Blau. Ein Bachtiar vor der Fensterfront sollte deshalb zweimal jährlich die Richtung wechseln.
Für die Grundwäsche gilt bei diesem Typ eine Besonderheit: Das dichte Gewebe muss gründlich ausgespült und anschließend kontrolliert getrocknet werden, sonst bleibt Restfeuchte im Knotengrund zurück und es entsteht der typische muffige Geruch. Wir waschen Bachtiar-Teppiche von Hand, spülen mehrfach und trocknen sie hängend in der Kammer. Ausgerissene Kanten und offene Enden setzen wir vorher instand, damit der Waschgang den Schaden nicht vergrößert.
- Festes zuerst mit dem Rücken eines Löffels abheben, damit beim Aufnehmen nichts tiefer in den Flor gedrückt wird.
- Ein saugfähiges weißes Tuch auflegen, andrücken, Tuch wechseln, erneut andrücken – die Flüssigkeit soll nach oben wandern, nicht verteilt werden.
- Wenn nachgearbeitet wird, dann ausschließlich kalt: Wärme lässt Eiweiß und Zucker in der Wollfaser gerinnen und macht den Fleck dauerhaft.
- Zum Schluss ein trockenes Tuch auflegen, mit einem Buch beschweren und die Restfeuchte über Nacht herausziehen lassen.
- Zeigt sich am Rand der behandelten Stelle ein heller Kranz, nicht weiter nacharbeiten: Dort hat Wasser gelösten Schmutz an die Florspitzen getragen – das löst nur noch die Handwäsche.
Was kostet ein Bachtiar-Teppich?
Neue Bachtiar-Teppiche in üblicher Dorfqualität werden im Fachhandel für 200 bis 500 Euro je Quadratmeter angeboten. Ein Stück von 160 × 230 Zentimetern misst knapp 3,7 Quadratmeter und kostet damit üblicherweise 700 bis 1.900 Euro. Bibibaff-Qualitäten beginnen dort, wo die Dorfware aufhört, und reichen bis etwa 900 Euro pro Quadratmeter.
Im Vergleich zu feiner Stadtware ist der Bachtiar eine der wirtschaftlichsten Entscheidungen unter den Perserteppichen: Sie bekommen ein sehr schweres Gewebe, kräftige Wolle und ein Muster, das Flecken und Laufspuren optisch verzeiht, für einen Bruchteil des Quadratmeterpreises eines Kashan oder Nain. Für Familienhaushalte ist das ein handfestes Argument – im Wohnzimmer ebenso wie im Flur.
Zwei Faktoren verschieben den Quadratmeterpreis innerhalb dieser Spanne deutlich. Kleine Formate unter zwei Quadratmetern liegen anteilig höher, weil Aufzug, Kettspannung und Bordüre denselben Aufwand verursachen wie beim großen Stück. Und ein Feld mit vielen kleinen Kompartimenten kostet mehr als eines mit wenigen großen: Jede zusätzliche Feldgrenze bedeutet einen Farbwechsel mehr und damit zusätzliche Knüpfzeit.
Gebrauchte Stücke aus den 1970er- und 1980er-Jahren sind reichlich am Markt und häufig günstiger als Neuware derselben Qualität. Ob sich ein Wiederverkauf später rechnet, hängt davon ab, wie viel Flor bis dahin übrig ist – als Geldanlage taugt ein Gebrauchsteppich dieser Klasse nicht, als langlebiger Bodenbelag mit Charakter dagegen sehr.
Mythos: Halbnomaden knüpfen ihre Teppiche unterwegs im Zelt.
Fakt: Bachtiar-Teppiche entstehen ganz überwiegend an festen Webstühlen in den Dörfern der Region. Hergestellt wird also stationär, und nur deshalb sind große Zimmerformate in dieser Gruppe überhaupt möglich – ein tragbarer Webstuhl begrenzt die Breite.
Mythos: Viele Farben bedeuten geringere Qualität.
Fakt: Gelb, Grün und Gold gehören zur überlieferten Palette der Region und sagen nichts über die Ausführung. Entscheidend sind Wolle, Knüpfdichte und die Sauberkeit der Trennbänder zwischen den Feldern.
Mythos: Ein Feldmuster ist immer ein Bachtiar.
Fakt: Gartenfeld-Aufteilungen kommen auch bei anderen persischen Provenienzen vor. Für den Bachtiar sprechen zusätzlich das schwere Gewebe, die dicke Zagros-Wolle und der ungewöhnlich farbige Grundklang.
Das Gartenfeld-Muster wirkt erst in echter Größe. Wie es sich über eine ganze Fläche verteilt, zeigen die Bachtiar-Teppiche in unserem Shop mit Detailaufnahmen.

Bachtiar-Teppiche kaufen
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Bakhtiar
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1.637 €
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Bakhtiar
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1.042 €
Bakhtiar
207 × 293 cm
4.314 €
Bakhtiar
162 × 259 cm
1.637 €
Häufige Fragen zu Bachtiar-Teppiche
Was mindert den Preis beim Ankauf eines Bachtiar-Teppichs?
Zwei Dinge, die Verkäufer selten von sich aus ansprechen. Das erste ist der Lauf: Bachtiar-Teppiche entstehen an einfachen Dorfwebstühlen, und wenn die Kettspannung nachlässt, läuft das Stück nach oben hin schmaler zu – bis etwa drei Zentimeter Differenz ist das normal, darüber wird der Wiederverkauf zäh. Das zweite sind Altreparaturen an den Trennbändern: Sie wurden früher gern mit der Nadel nachgestickt statt nachgeknüpft, was von vorn kaum auffällt, auf der Rückseite aber sofort als glatte, knotenlose Stelle sichtbar wird. Beides ist auf Fotos schlecht zu beurteilen – messen Sie die Breite deshalb einmal am oberen und einmal am unteren Ende und geben Sie beide Werte an.
Was bedeutet Bibibaff?
Der Begriff setzt sich aus bibi für Herrin und baft für Gewebe zusammen und meint Stücke, die ursprünglich im Auftrag der Khan-Familien entstanden. Nachprüfen lässt sich die Einstufung auf der Rückseite: Legen Sie ein Quadrat von fünf mal fünf Zentimetern an und zählen Sie die Knotenköpfe darin – über 500 sprechen für Bibibaff, rund 225 bis 500 für übliche Dorfqualität. Geschützt ist die Bezeichnung nicht – gelegentlich steht sie auch auf gehobener Dorfware.
Was ist das Khesti-Muster?
Khesti ist das persische Wort für „ziegelartig“; im deutschen Handel läuft dieselbe Musterung als Gartenfeld- oder Tafelmuster. Verwechseln sollte man sie nicht mit dem klassischen persischen Gartenteppich, der eine ganze Anlage mit Wasserläufen und Beeten im Grundriss abbildet. Beim Bachtiar ist das Feld dagegen gleichmäßig gerastert, und jedes Kästchen trägt ein einzelnes Pflanzenmotiv; die Zahl der Kästchen schwankt von etwa einem Dutzend bis weit über dreißig.
Bachtiar oder Bakhtiar – welche Schreibweise stimmt?
Beide sind korrekt. Bachtiar und Bachtiari haben sich im deutschsprachigen Raum eingebürgert, Bakhtiar und Bakhtiari sind international üblich; gemeint sind stets dasselbe Volk und dieselbe Region im Zagros. Welche Variante auf dem Etikett steht, sagt deshalb mehr über den Handelsweg aus als über den Teppich.
Eignet sich ein Bachtiar-Teppich für stark genutzte Räume?
Ja. Die schwere Bergwolle und das dichte Grundgewebe stecken Straßenschuhe und Stuhlbeine weg, ohne dass sich der Flor auflöst. Praktischer Nebeneffekt des Gewichts: Ein Bachtiar wandert nicht – anders als leichte Nomadenware bleibt er auch auf glattem Parkett dort liegen, wo er hingehört, und kommt in der Regel ohne Haftunterlage aus. Achten Sie in stark genutzten Räumen vor allem darauf, dass verschüttete Flüssigkeit sofort aufgenommen wird: In dichter, fettreicher Wolle zieht sie langsam ein, geht dafür aber ebenso langsam wieder heraus.
Lohnt sich ein gebrauchter Bachtiar-Teppich?
Bei dieser Provenienz fahren Sie mit einem gebrauchten Stück oft besser als mit Neuware im selben Preisrahmen, weil die grobe Zagros-Wolle die ersten Jahrzehnte fast unbeschadet übersteht. Als Orientierung: Der Abschlag gegenüber vergleichbarer Neuware liegt grob bei einem Drittel. Zwei Ausschlusskriterien gibt es allerdings – eingerissene Enden über mehr als eine Handbreit und Mottenfraß, der bis auf die Kette durchgeht. Beides zu beheben kostet mehr, als der Preisvorteil hergibt.
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Bachtiar-Teppiche: Beratung, Reinigung oder Ankauf?
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