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Perserteppich-Provenienz

Nain-Teppiche

Elfenbein, Beige und Hellblau, feine Arabesken und Seidenkonturen: Der Nain ist der hellste unter den klassischen Perserteppichen – und einer der jüngsten.

Nain-Teppiche

Was ist ein Nain-Teppich?

Ein Nain-Teppich ist ein handgeknüpfter Perserteppich aus der zentraliranischen Oasenstadt Nain in der Provinz Isfahan, erkennbar an seiner hellen Farbwelt aus Elfenbein, Beige und Blau, an feinen floralen Arabesken und an Seidenkonturen, die die Ranken umreißen. Unter den persischen Orientteppichen gilt der Nain als der hellste Vertreter der klassischen Stadtware. Die Stadt liegt rund 140 Kilometer östlich von Isfahan am westlichen Rand der Wüste Dasht-e Kavir, auf etwa 1.550 Metern Höhe.

Bis in die 1920er-Jahre lebte Nain nicht vom Teppich, sondern vom Tuch. Die Werkstätten der Stadt webten Aba – weite Umhänge aus sehr feiner Wolle, die Geistliche und Würdenträger im ganzen Land trugen. Als die Kleiderordnung unter Reza Schah westliche Anzüge durchsetzte, brach der Absatz weg; erst in den 1930er Jahren sattelten die Weber vollständig auf den Knüpfstuhl um. Genau dieser Umstieg erklärt die Handschrift der Provenienz: Wer jahrzehntelang feinstes Tuch gewebt hat, knüpft auch Teppiche fein.

Prägend wurde Fathollah Habibian (1903–1995), der zusammen mit seinem Bruder Mohammad die erste bedeutende Meisterwerkstatt aufbaute und in Iran als Vater des Nain-Teppichs gilt. Von ihm stammt die charakteristische Verbindung aus Isfahaner Musterzeichnung und heller, zurückhaltender Farbstellung, die bis heute jeden Nain kennzeichnet. Der Nain ist damit eine junge Provenienz, deren Handwerkskunst dennoch binnen weniger Jahrzehnte Weltruf erlangte – die ältesten Stücke sind kaum hundert Jahre alt, ein antiker Nain im strengen Sinn existiert nicht.

Steckbrief

HerkunftNain, Provinz Isfahan, Zentraliran
Knüpfdichte150.000 bis über 1.000.000 Knoten/m² (12La bis 4La)
MaterialKorkwolle mit Seidenkonturen auf Baumwollkette
KnotenartPersischer (asymmetrischer) Knoten
Typische Größen60 × 90 cm bis 250 × 350 cm
Preisniveau500 bis über 2.000 Euro pro Quadratmeter
BesonderheitErst seit den 1930er-Jahren geknüpft – echte antike Stücke gibt es nicht

Welche Muster und Farben sind für Nain-Teppiche typisch?

Der typische Nain-Teppich zeigt ein zentrales Medaillon auf hellem Grund, dazu passende Eckzwickel und ein dichtes Netz aus Islimi-Ranken, Palmetten und kleinen Blüten. Solche Medaillons sind bei Nain-Teppichen fast immer rund oder oval gezeichnet und nehmen selten mehr als ein Drittel der Fläche ein. Die Musterführung folgt einer vorab gezeichneten Vorlage, ist streng symmetrisch aufgebaut und wirkt trotz ihrer Feinheit ruhig, weil die Farbpalette schmal bleibt.

Die Hauptfarben sind Elfenbein, Creme und Beige im Feld sowie Hell- und Marineblau in Medaillon und Bordüre. Rot tritt allenfalls als Akzent in einzelnen Blüten auf – das unterscheidet den Nain sofort von den satten Rottönen eines Kaschan oder Bidjar. Diese Farbgebung ist der Grund, warum Nain-Teppiche auch in hellen, modern eingerichteten Räumen mit Eiche, Leinen und Grautönen funktionieren und dort eine zeitlose Eleganz entfalten.

Als Flormaterial dient Korkwolle, die besonders weiche Unterwolle des Schafes, ergänzt durch kräftigere Schurwolle in den Grundflächen, auf einer Kette aus Baumwolle. Ein Nain mit Seide trägt echte Naturseide in den Konturen: Die Umrisslinien der Ranken werden mit Seidengarn geknüpft, sodass das Muster bei wechselndem Licht aufblitzt. Vollständig aus Seide geknüpfte Nain gibt es ebenfalls; sie zählen dann zu den Seidenteppichen und gehören preislich in eine eigene Klasse. Gängige Größen und Formen sind 200 × 300 cm fürs Wohnzimmer, 250 × 350 cm für große Räume, dazu Läufer und kleine Formate ab 60 × 90 cm.

Was bedeutet 6La, 9La oder 12La bei Nain-Teppichen?

Die Feinheit eines Nain-Teppichs wird im La-System angegeben: Die Zahl vor dem „La“ nennt die Anzahl der Fäden, aus denen ein Kettstrang gezwirnt ist. Ein dünnerer Kettfaden lässt mehr Knotenreihen auf gleicher Fläche zu, deshalb steht eine niedrige Zahl für eine feine Knüpfung und damit für eine hohe Knotendichte.

In Knotendichte umgerechnet ergibt das eine klare Staffel: Ein Nain 12La liegt bei etwa 150.000 bis 200.000 Knoten pro Quadratmeter, ein Nain 9La bei rund 250.000 bis 350.000, ein Nain 6La bei etwa 400.000 bis 600.000. Die Spitzenklasse 4La beginnt bei ungefähr 700.000 Knoten pro Quadratmeter und erreicht bei Meisterstücken über eine Million Knoten pro Quadratmeter. Im deutschen Handel überwiegen die Qualitäten 9La oder 12La; der Nain 6La gilt als besonders fein und bildet die klassische gehobene Stufe.

Die La-Zahl beschreibt allerdings nur die Kette, nicht die Wolle. Zwei Teppiche derselben Klasse können sich deutlich unterscheiden, wenn der eine aus sorgfältig sortierter Korkwolle und der andere aus kurzstapeliger Restwolle geknüpft wurde – Letztere verfilzt binnen weniger Jahre und lässt die Zeichnung stumpf werden.

MerkmalNain 9LaNain 6LaNain 4La
Fäden je Kettstrang964
Knoten pro Quadratmeter250.000–350.000400.000–600.000ab 700.000
ZeichnungKlar, etwas kräftigerFein und detailreichSehr fein, fast malerisch
Verbreitung im HandelHäufigste QualitätGehobene StufeSelten
Neupreis je Quadratmeter500–900 Euro900–1.800 Euroab 2.000 Euro
Knotendichte selbst nachmessenKnoten je 10 cm Breite × Knoten je 10 cm Höhe = Knoten/dm² · × 100 = Knoten/m²

Zählen Sie auf der Rückseite in einem Feld von 10 × 10 Zentimetern die Knoten in Breite und Höhe. Ein Nain 9La kommt dabei auf etwa 55 × 55 Knoten, also rund 3.000 Knoten pro Quadratdezimeter und damit auf ungefähr 300.000 Knoten pro Quadratmeter.

Woran erkenne ich einen echten Nain-Teppich?

Der sicherste Prüfpunkt ist die Rückseite: Bei handgeknüpfter Ware zeichnet sich das Muster dort scharf und Knoten für Knoten ab, und die Fransen wachsen aus dem Gewebe heraus, statt als Band angesetzt zu sein. Maschinenware zeigt stattdessen ein gleichmäßiges Trägergewebe, aus dem sich kein einzelner Knoten herauslösen lässt.

Seidenkonturen erkennen Sie am kühlen Griff und am gerichteten Glanz, der sich beim Blickwechsel verändert; Kunstseide glänzt gleichmäßig glasig und fühlt sich wärmer an. Auf der Rückseite liegt echte Seide als feine, glatte Linie im Knotenbild, während Viskose dort gröber und matter aufträgt. Wer unsicher ist, vergleicht die Konturlinie mit einer Fransenspitze aus Baumwolle – der Unterschied im Griff ist deutlich.

Eine eingeknüpfte Habibian-Signatur ist kein Echtheitsbeweis, denn sie wird häufig kopiert; erst die tatsächliche Knüpfqualität entscheidet. Prüfen Sie deshalb drei Punkte: ob die Knotenreihen über die ganze Breite gleichmäßig verlaufen, ob die Bordürenecken ohne Bruch im Muster schließen und ob der Flor überall gleich hoch geschoren ist. Bei einer echten Werkstattarbeit stimmen alle drei ausnahmslos.

Ein häufiger Irrtum betrifft die Herkunft: „Indo-Nain“ bezeichnet kein Stück aus Nain, sondern eine indische Nachbildung der Nain-Optik. Sie ist als solche nicht minderwertig, gehört aber in eine andere Preisklasse und darf beim Kauf nicht als persischer Nain verkauft werden. Der Zusatz muss im Angebot stehen – fehlt er, lohnt die Nachfrage.

  1. Knoten auf 10 cm Breite zählen: Unter 38 liegt der Teppich unterhalb aller Nain-Klassen.
  2. Flor teilen und bis zum Knotengrund schauen: Die Farbe muss durchgehend sein, nicht nur an der Spitze sitzen.
  3. Eine Konturfaser anfeuchten: Viskose wird weich und lässt sich zerreiben, echte Seide bleibt fest.
  4. Gewicht prüfen: Ein Nain in 200 × 300 cm bringt etwa 18 bis 22 Kilogramm auf die Waage.
  5. Rückseite fotografieren und heranzoomen: Handknüpfung sitzt leicht versetzt, Maschinenware exakt im Raster.

Was ist ein Nain-Teppich wert – und wie verkaufen Sie ihn?

Der Wert eines Nain-Teppichs entscheidet sich an fünf Punkten: La-Klasse, Wollqualität samt Seidenanteil, Erhaltungszustand, Format und Farbstellung. Von diesen fünf wiegt der Zustand am schwersten, weil ein hochwertiger, fein geknüpfter Teppich mit abgelaufenem Flor seine wichtigste Eigenschaft verliert – die scharfe Zeichnung.

Beim Zustand schauen wir auf die Florhöhe im Vergleich zwischen Rand und Mitte, auf Sonnenbleiche entlang der Fensterseite, auf Mottenfraß an verdeckten Stellen und auf den Zustand von Kanten und Fransen. Helle Nain reagieren empfindlich auf UV-Licht: Ein einseitig ausgeblichenes Feld drückt den Preis spürbar, während saubere fachmännische Reparaturen an Kanten kaum stören. Beim Format sind gängige Maße im Vorteil – ein gebrauchter Nain in 200 × 300 Zentimetern findet leichter einen Käufer als eine Übergröße oder ein ungewöhnliches Sondermaß.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen zwei Preisen, die im Netz gern durcheinandergehen: dem Ankaufspreis, den ein Händler Ihnen auszahlt, und dem Ladenpreis, zu dem derselbe Teppich später wieder angeboten wird. Dazwischen liegen Wäsche, Reparatur von Kanten und Fransen, Lagerung, Fotografie und Gewährleistung. Diese Aufbereitung kostet bei einem einfachen und einem feinen Stück ungefähr dasselbe – deshalb verdoppelt sich der Preis bei günstiger Ware leicht, während der Aufschlag bei teuren Teppichen prozentual deutlich kleiner ausfällt.

Zur Einordnung, ausdrücklich als Anhaltswert und ohne Zusage: Für einen gebrauchten Nain 9La in 200 × 300 Zentimetern mit gleichmäßigem Flor liegt der Ankaufspreis meist zwischen 600 und 2.000 Euro; im Laden kostet dasselbe Stück anschließend rund 1.500 bis 2.700 Euro. Feine 6La-Qualitäten mit Seidenkonturen liegen deutlich darüber, signierte 4La-Stücke sind Einzelfälle und lassen sich seriös nur am Original beurteilen. Wer einen Nain-Teppich verkaufen möchte, sollte sich von pauschalen Online-Rechnern nicht irritieren lassen: Zwei Teppiche derselben La-Klasse können sich im Preis um den Faktor drei unterscheiden.

Schicken Sie uns scharfe Aufnahmen von beiden Seiten, einer Ecke und der Fransenkante, dazu Länge und Breite in Zentimetern – die Einschätzung kostet Sie nichts und verpflichtet zu nichts. Wer in Norddeutschland wohnt, bringt seinen Nain am besten selbst vorbei: In unserem Haus am Alstertor 20 in Hamburg beurteilen wir Knüpfung, Material und Zustand am Original und nennen anschließend einen konkreten Ankaufspreis.

Wie pflege ich einen Nain-Teppich richtig?

Ein Nain-Teppich braucht vor allem Schutz vor Licht und regelmäßiges, schonendes Absaugen. Nutzen Sie eine Glattdüse ohne rotierende Bürste und arbeiten Sie in Florrichtung; die Bürstenwalze reißt bei kurzflorigen, fein geknüpften Teppichen Fasern aus dem Flor.

Weil die cremefarbenen Felder jede Veränderung zeigen, lohnt sich ein halbjährliches Drehen des Teppichs um 180 Grad. So bekommen beide Hälften gleich viel Sonne und gleich viel Trittlast, und der Farbunterschied zwischen Fenster- und Zimmerseite bleibt aus. Frische Flecken tupfen Sie mit einem weißen Baumwolltuch von außen nach innen ab; Fleckenschaum und Hausmittel wie Essig oder Zitrone gehören nicht auf Seidenkonturen.

Eine gründliche Handwäsche steht bei einem Nain im normal genutzten Wohnzimmer im Abstand von vier bis sechs Jahren an, im Flur früher. Feiner Sand setzt sich im Fußpunkt der Knoten fest und schneidet dort mit jedem Schritt an der Wolle – dieser Staub lässt sich nur durch Ausklopfen und Ausspülen entfernen, nicht durch Saugen. In der Teppich Wäscherei Hamburg waschen wir Nain-Teppiche von Hand mit vorherigem Farbtest, weil Seidenkonturen und helle Grundflächen bei zu scharfen Mitteln ausbluten.

✓ Richtig

  • Zwei- bis dreimal jährlich auch die Rückseite absaugen
  • In den ersten Monaten häufiger saugen – neue Korkwolle gibt Flusen ab
  • Schwere Möbel alle paar Jahre um einige Zentimeter versetzen
  • Vor dem Einlagern waschen lassen und in Papier statt Folie wickeln

✗ Besser vermeiden

  • Über die Fransen saugen – sie reißen aus der Kette
  • Gummi-Antirutschmatten oder Teppichklebeband einsetzen
  • Mit Dampfreiniger oder Teppichschaum arbeiten
  • Im feuchten Keller oder in Plastikfolie lagern (Mottengefahr)

Was kostet ein Nain-Teppich?

Neue Nain-Teppiche der Klasse 9La kosten im deutschen Fachhandel meist zwischen 500 und 900 Euro pro Quadratmeter. Für das gängige Wohnzimmerformat 200 × 300 Zentimeter, also sechs Quadratmeter, ergibt das eine Spanne von rund 3.000 bis 5.400 Euro.

Feine 6La-Qualitäten mit Seidenkonturen liegen im Handel eher bei 900 bis 1.800 Euro pro Quadratmeter; für dasselbe Format sind das 5.400 bis 10.800 Euro. Für 4La-Ware beginnen die Quadratmeterpreise bei etwa 2.000 Euro und sind nach oben offen; hier zahlt man die Handschrift einer bestimmten Werkstatt mit.

Wer einen handgeknüpften Nain zum Preis eines Möbelhausteppichs sucht, findet ihn gebraucht. Gut erhaltene 9La-Teppiche aus zweiter Hand kosten im Laden rund 1.500 bis 2.700 Euro und damit etwa die Hälfte des Neupreises, ohne dass die Wolle nennenswert schlechter wäre – vorausgesetzt, Flor und Kanten sind in Ordnung. Achten Sie beim Kauf weniger auf die La-Zahl im Etikett als auf die verwendeten Materialien: Trockene, stumpfe Korkwolle bleibt auch in 4La eine schlechte Investition, während hochwertige Materialien einen Nain über Generationen tragen.

Wer nach dem Lesen konkret vergleichen möchte, findet in unserem Onlineshop carpetportal.de laufend geknüpfte Nain-Teppiche in allen La-Klassen – vom Läufer bis zum Salonformat, jeweils mit Maßen, Knüpfdichte und Preis.

Herkunft: Nain, Provinz Isfahan, Zentraliran
Herkunft: Nain, Provinz Isfahan, Zentraliran – Die Oasenstadt am Westrand der Dasht-e Kavir, umgeben von Wüste und den Ausläufern des Karkas-Gebirges · Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fachlich geprüft von Reza Hassani, Inhaber der Teppich Wäscherei Hamburg (Alstertor 20) – Ankauf, Wäsche und Reparatur von Orientteppichen.
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Häufige Fragen zu Nain-Teppiche


Was ist ein Nain-Teppich wert?

Ausschlaggebend sind La-Klasse, Wolle, Seidenanteil, Zustand, Format und Farbstellung. Als Anhaltswert zahlen Händler für ein gebrauchtes 9La-Stück in Wohnzimmergröße mit gleichmäßigem Flor 600 bis 2.000 Euro; im Laden steht dasselbe Stück später mit 1.500 bis 2.700 Euro aus. Wo ein Schaden sitzt, wiegt dabei schwerer als seine Größe: Eine nachgeknüpfte Stelle mitten im Medaillon mindert den Wert stärker als dieselbe Fläche in der Bordüre.

Was bedeuten 9La, 6La und 4La bei Nain-Teppichen?

Das La bemisst das Garn, nicht den fertigen Teppich: Die Zahl gibt an, aus wie vielen gleich starken Einzelfäden ein Kettstrang gezwirnt wurde – ein 12La-Strang enthält damit dreimal so viel Garn wie ein 4La-Strang. Weil dünnere Ketten enger nebeneinanderliegen und sich mit ihnen auch die Knotenreihen in der Länge verdichten, wirkt jede Stufe in beide Richtungen: Zwischen der gröbsten und der feinsten Nain-Klasse liegt nicht der Faktor drei, sondern mehr als das Sechsfache an Knoten je Quadratmeter. Genau daraus erklärt sich, warum der Preisabstand zwischen zwei benachbarten Stufen größer ausfällt, als die Bezeichnungen vermuten lassen.

Was kostet ein Nain-Teppich in 200 × 300 cm?

Neuware der Klasse 9La liegt in diesem Format bei 3.000 bis 5.400 Euro, ein 6La mit Seidenkonturen bei 5.400 bis 10.800 Euro. Gebraucht und gut erhalten bekommen Sie ein 9La-Stück im Laden für 1.500 bis 2.700 Euro. Wer beim Maß flexibel ist, spart zusätzlich: Sondermaße wie 210 × 310 Zentimeter sind schwerer verkäuflich und deshalb oft günstiger ausgezeichnet als das Standardformat.

Lohnt es sich, einen gebrauchten Nain-Teppich zu kaufen?

Ja – ein gebrauchter Nain ist meist das bessere Geschäft als eine günstige Neuware aus schwacher Wolle. Entscheidend sind gleichmäßige Florhöhe, intakte Kanten und Fransen sowie das Fehlen von Sonnenbleiche und Mottenschäden. Handgeknüpfte Nain halten bei ordentlicher Pflege mehrere Jahrzehnte, sodass ein 20 Jahre altes Stück noch den Großteil seiner Lebensdauer vor sich hat.

Enthält ein Nain-Teppich echte Seide?

Bei den meisten Nain-Teppichen ist der Flor aus Korkwolle gearbeitet und nur die Umrisslinie der Ranken aus echter Naturseide – daher der Begriff Seidenkonturen. Gemessen an der Florfläche macht dieser Seidenanteil bei üblicher Ware nur rund fünf bis zehn Prozent aus und erklärt damit auch nur einen kleinen Teil des Preises. Ganz in Seide geknüpfte Nain gibt es, sie bilden aber eine eigene, deutlich teurere Klasse.

Was ist ein Indo-Nain?

Ein Indo-Nain stammt aus indischer Fertigung und ahmt die Nain-Optik nach. Erkennbar ist er an der dickeren Baumwollkette, an Konturen aus merzerisierter Baumwolle statt echter Seide und an einer Knotendichte, die selten über 250.000 Knoten pro Quadratmeter hinausgeht. Preislich liegt er meist bei einem Fünftel bis einem Drittel eines vergleichbaren persischen Stücks – die Vorsilbe ist eine zulässige Herkunftsangabe, muss im Angebot aber genannt werden.

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