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Perserteppich-ProvenienzMoud-Teppiche
Beige-blaues Rautengitter über die ganze Fläche, Konturen aus Seide, sehr feines Gewebe: Der Moud ist einer der zurückhaltendsten und zugleich haltbarsten unter den feinen Persern.

Was ist ein Moud-Teppich und woher kommt er?
Ein Moud-Teppich ist ein handgeknüpfter Perserteppich aus Südkhorasan im Osten Irans, geknüpft im Ort Moud bei Birjand und bekannt für das durchlaufende Mahi-Muster, beige-blaue Farbstellungen und Wolle mit eingearbeiteten Seidenkonturen. Der Ort selbst liegt rund 35 Fahrkilometer südöstlich von Birjand, in einem Hochtal des Berglands zwischen der Wüste Lut und der afghanischen Grenze.
Anders als Isfahan oder Kerman blickt Moud nicht auf eine höfische Manufakturtradition zurück. Die Region Birjand knüpfte über Jahrhunderte solide Gebrauchsware; erst im 20. Jahrhundert entwickelte sich in Moud eine spezialisierte Feinknüpferei, die aus dem Schatten des größeren Nachbarn heraustrat. Seit den 1970er-Jahren gilt der Name im europäischen Handel als eigene Qualitätsmarke.
Das Verhältnis zu Birjand sorgt bis heute für Verwirrung. Birjand ist die Provinzhauptstadt und der Handelsplatz, Moud der Knüpfort rund eine Autostunde entfernt – Teppiche aus dem gesamten Umland werden deshalb häufig unter beiden Namen angeboten. Als Faustregel gilt: Was als „Moud“ verkauft wird, ist in der Regel feiner geknüpft und kurzflorig, während „Birjand“ auch gröbere Qualitäten aus den umliegenden Dörfern umfasst. Im Verkauf begegnet Ihnen der Teppich meist als „Moud Mahi“; gelegentlich stehen auch „Mud“ oder „Moud Birjand“ auf dem Etikett.
In deutschen Haushalten steht dieser Typ überdurchschnittlich häufig, weil zwischen 1980 und 2000 sehr viel Ware aus Moud nach Europa kam. Entsprechend viele Stücke aus dieser Zeit kommen heute bei uns in die Wäscherei – oft in bemerkenswert gutem Zustand, denn das dichte Gewebe hält Beanspruchung gut aus.
Steckbrief
| Herkunft | Ort Moud bei Birjand, Provinz Südkhorasan im Osten Irans |
|---|---|
| Knüpfdichte | Meist 250.000 bis 500.000 Knoten pro Quadratmeter |
| Material | Korkwolle im Flor mit Seidenkonturen, Kette und Schuss aus Baumwolle |
| Typische Größen | Von 60 × 90 Zentimetern bis 250 × 350 Zentimetern; Läufer und Brücken sind häufig |
| Preisniveau | Neuware liegt im Handel zwischen 400 und 900 Euro pro Quadratmeter |
| Typisches Muster | Mahi- oder Herati-Muster – ein Rautengitter mit gebogenen Blattpaaren, im Persischen „Fisch“ genannt |
Was bedeutet das Mahi-Muster beim Moud-Teppich?
Das Mahi-Muster, im Fachhandel auch Herati genannt, prägt praktisch jeden Moud: ein Gitter aus feinen Rauten, in dem jede Raute eine kleine Rosette umschließt, flankiert von vier gebogenen Blättern. Weil diese Blätter an Fische erinnern, die um eine Blüte kreisen, heißt das Motiv auf Persisch „Mahi“ – Fisch. Über die gesamte Fläche wiederholt, entsteht ein sehr ruhiges, textiles Gesamtbild.
Die Farbstellung ist zurückhaltend: heller Beige- oder Elfenbeinfond, Zeichnung in Indigoblau, dazu gedämpftes Rot oder Terrakotta und ein blasses Grün. Häufig sitzt ein flaches Rautenmedaillon in der Mitte, das sich kaum vom Feld abhebt. Kräftige Kontraste sind untypisch – ein Moud ordnet sich einem Raum unter, statt ihn zu dominieren.
Das Besondere am Material sind die Seidenkonturen. Der Flor besteht aus feiner Korkwolle, doch die Umrisslinien von Rosetten, Blättern und Medaillon werden mit Seide nachgezogen. Dadurch heben sich die Konturen leicht glänzend vom matten Wollgrund ab und die Zeichnung bleibt trotz der geringen Farbkontraste scharf. Der Seidenanteil liegt meist im einstelligen Prozentbereich.
Neben dem Mahi-Muster knüpft Moud eine zweite, seltenere Zeichnung: das Gartenmuster. Dabei wird die Fläche in rechteckige Felder geteilt, die Blumenbeete eines persischen Gartens darstellen; dazwischen laufen schmale Bordüren wie Wege oder Wasserläufe. Wer einen Moud mit Gartenfeldern findet, hat ein vergleichsweise ungewöhnliches Stück vor sich – die Nachfrage danach ist stabiler als beim Standardmuster.
Knüpftechnisch arbeitet Moud mit dem asymmetrischen Knoten auf Baumwollkette, bei 250.000 bis 500.000 Knoten pro Quadratmeter. Der Flor wird sehr kurz geschoren, das Gewebe ist entsprechend dünn, fest und formstabil – ein Moud liegt flach und wellt sich kaum, was ihn für Flure und Räume mit Türen praktisch macht. Diese Kombination aus kurzem Flor und hoher Knotendichte macht ihn zugleich strapazierfähig und langlebig.
Woran erkennt man einen hochwertigen Moud-Teppich?
Hochwertig ist ein Moud, wenn die Konturen aus echter Seide bestehen, das Rautengitter über die volle Länge gerade durchläuft und der Flor gleichmäßig kurz steht. Am häufigsten getäuscht wird beim ersten Punkt: Mercerisierte Baumwolle und Kunstseide sehen auf Fotos nahezu identisch aus und kosten einen Bruchteil.
Beim Rautengitter entscheidet die Regelmäßigkeit des Rapports. Weil das Mahi-Muster über die gesamte Fläche läuft, fällt jede Unsauberkeit sofort auf: Verzogene Rautenreihen oder ein in der Bordüre abbrechender Musterlauf sind bei diesem Typ ein deutliches Qualitätssignal, während sie bei Nomadenware zum Charakter gehören.
- Rautengitter: gerade Reihen über die volle Länge, kein Verzug zur Mitte hin
- Bordüre: Musterrapport läuft in allen vier Ecken sauber um
- Rückseite: sehr feine, gleichmäßige Knotenreihen, Zeichnung scharf abgebildet
- Flor: kurz und gleichmäßig geschoren, keine welligen Scherlinien quer zur Kette
- Kanten: fest umstochen und gerade – ein Moud sollte plan aufliegen, ohne dass eine Seite hochsteht
- Konturlinie im Streiflicht betrachten: Echte Seide changiert und wechselt den Ton, wenn Sie den Kopf bewegen.
- Mit dem Finger über die Kontur streichen: Im Vergleich zur Wolle direkt daneben fühlt sich Seide glatter an und im ersten Moment kühler.
- Danach die Handfläche zehn Sekunden auf dieselbe Stelle legen: Echte Seide nimmt die Körperwärme an und wird spürbar warm, mercerisierte Baumwolle bleibt dabei kühl.
- Gegen das Licht kippen: Kunstseide glänzt hart und gleichmäßig, oft mit metallischem Schimmer.
- Im Zweifel eine Fachwerkstatt fragen – eine Brennprobe zerstört Material und ist am eigenen Teppich tabu.
| Kriterium | Moud | Nain |
|---|---|---|
| Herkunft | Südkhorasan, Ostiran | Provinz Isfahan, Zentraliran |
| Grundfarbe | Beige bis Elfenbein | Elfenbein mit Kobaltblau |
| Leitmuster | Mahi- oder Herati-Gitter | Medaillon mit Ranken |
| Seide | nur in den Konturen | Konturen, oft höherer Anteil |
| Preis neu je m² | etwa 400–900 Euro | deutlich höher |
Was ist ein Moud-Teppich wert?
Gebrauchte Moud-Teppiche aus den 1980er- und 1990er-Jahren erzielen am deutschen Markt derzeit überwiegend 100 bis 300 Euro je Quadratmeter. Für die verbreitete Zimmergröße 200 × 300 Zentimeter – 6 Quadratmeter – sind das rund 600 bis 1.800 Euro, für das Läuferformat 80 × 300 Zentimeter etwa 240 bis 720 Euro.
Diese Zahlen sind Marktbeobachtungen und keine verbindliche Zusage. Wertbestimmend sind vor allem Knüpfdichte, Anteil und Echtheit der Seidenkonturen, Format sowie die Restflorhöhe. Weil Moud-Teppiche von Haus aus sehr kurz geschoren werden, ist der verbliebene Flor ein empfindlicher Faktor: Was einmal abgelaufen ist, lässt sich nicht zurückholen, und die Zeichnung verliert dann ihre Schärfe.
Über dieser Spanne liegen sehr feine Stücke mit über 400.000 Knoten pro Quadratmeter, großzügigem Seidenanteil und vollem Flor. Deutlich darunter bewerten wir Teppiche mit blank gelaufenen Gehwegen, ausgerissenen Kanten oder nachträglich gekürzten Fransen – Letzteres ist häufiger, als man denkt, und beeinträchtigt den Wert stärker als ein kleiner Fleck.
Schicken Sie uns die volle Fläche, ein Stück Rückseite, eine einzelne Rosette in Großaufnahme und eine Ecke mit Fransenansatz, dazu die genauen Maße – mehr braucht die kostenlose Einschätzung nicht. Bei feinen Mouds empfehlen wir zusätzlich die Begutachtung im Original, weil sich Seidenanteil und Restflorhöhe fotografisch kaum zuverlässig beurteilen lassen; in Hamburg geht das direkt bei uns in der Werkstatt.
Wie pflege ich meinen Moud-Teppich richtig?
Der kurze Flor macht Moud-Teppiche alltagstauglich, aber er verzeiht auch wenig. Verwenden Sie beim Saugen ausschließlich die Glattdüse ohne Bürstenwalze: Die rotierende Bürste zieht an den feinen Seidenkonturen, und einmal aufgerauter Seidenglanz kommt nicht zurück. Das schließt Saugroboter ein, deren Bürste sich nicht abschalten lässt – für diesen Teppichtyp sind sie ungeeignet.
Sand ist der Hauptfeind dieses Typs. Weil das Gewebe dünn ist, sitzen Körner direkt auf der Baumwollkette und arbeiten bei jedem Schritt wie Schmirgelpapier. Eine Matte im Eingangsbereich verlängert die Lebensdauer eines Mouds spürbar, ebenso das gelegentliche Umdrehen und Absaugen der Rückseite.
Bei der Grundwäsche gilt: Ein Moud gehört wegen des Seidenanteils in die schonende Handwäsche mit temperiertem Wasser. Wir prüfen vorab jede Farbe einzeln, weil das gedämpfte Rot neben dem hellen Beigefond wenig Spielraum lässt. Als Faustregel hat sich bewährt, die Wäsche dann anzusetzen, wenn die Seidenkonturen ihren Glanz verlieren und das Muster flau wirkt – das ist je nach Nutzung nach vier bis acht Jahren der Fall.
Ausgefranste Fransen sollten Sie zügig sichern lassen, statt sie abzuschneiden. Die Fransen sind die verlängerte Baumwollkette und damit tragendes Bauteil; ein sauber gearbeiteter Fransenabschluss ist eine kleine Reparatur, ein aufgelöster Teppichrand dagegen eine große.
Was kostet ein neuer Moud-Teppich?
Zwei Größen bestimmen den Neupreis eines Mouds: die Knüpfdichte und der Anteil der Seidenkonturen. Zusammen ergeben sie eine Spanne von 400 bis 900 Euro pro Quadratmeter – für 200 × 300 Zentimeter also etwa 2.400 bis 5.400 Euro, für eine Brücke in 100 × 150 Zentimetern rund 600 bis 1.400 Euro.
Im Vergleich zu Nain oder Isfahan liegt Moud bei ähnlicher Feinheit spürbar günstiger. Der Grund ist nicht die Qualität, sondern die Bekanntheit: Moud ist im deutschen Markt weniger als Prestigename etabliert. Wer feine Knüpfarbeit sucht und auf den bekannten Namen verzichten kann, bekommt hier viel Gegenwert.
Gebrauchte Stücke aus der großen Importwelle der Achtziger- und Neunzigerjahre sind aus unserer Sicht eines der vernünftigsten Angebote im Perserteppich-Markt: gute Wolle, hohe Knüpfdichte und ein Preis bei etwa einem Drittel dessen, was Neuware kostet. Zu kontrollieren sind vor dem Zuschlag nur zwei Dinge: die Florhöhe an den Gehwegen und ob die Fransen original sind – beides entscheidet, wie lange der Teppich noch trägt. Rechnen Sie eine Grundwäsche von Anfang an mit ein: Bei einem Stück, das zwanzig Jahre ungewaschen lag, ist sie keine Kür, sondern die Voraussetzung dafür, dass Farben und Seidenglanz überhaupt wieder sichtbar werden.
Für die Raumwirkung gilt eine einfache Überlegung: Weil der Moud farblich zurücktritt, verträgt er sich mit fast jedem Einrichtungsstil und mit Möbeln in Eiche, Nussbaum oder Weiß gleichermaßen. Wer einen Teppich sucht, der einen Raum optisch beruhigt statt ihn zu bestimmen, liegt hier richtig. Wer dagegen ein farbiges Zentrum im Zimmer möchte, sollte eher zu einer kontrastreicheren Provenienz greifen.
Wer ein feines, zurückhaltendes Stück für stark begangene Räume sucht, findet in unserem Shop Moud-Teppiche mit Mahi-Muster in gängigen Wohnformaten.

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Häufige Fragen zu Moud-Teppiche
Sind Moud-Teppiche alltagstauglich und strapazierfähig?
Ja. Das dichte Gewebe und der kurz geschorene Flor machen den Moud zu einem der haltbarsten feinen Perserteppiche; wegen der geringen Aufbauhöhe eignet er sich auch für Fußbodenheizung. Auf glattem Boden gehört allerdings eine Antirutschunterlage darunter: Ein so dünnes Gewebe legt sich nicht durch das eigene Gewicht fest und wirft mit der Zeit Falten, die sich im Flor abzeichnen. Einschränkung: Die Seidenkonturen vertragen keine Bürstenwalze, und Bürostuhlrollen sollten Sie ihm nicht zumuten.
Ist das Mahi-Muster ein Alleinstellungsmerkmal von Moud?
Nein. Das Herati- oder Mahi-Gitter wird in weiten Teilen Persiens verwendet, unter anderem in Täbriz, Bidjar und in geometrisch vereinfachter Form auch in Ardebil. Moud unterscheidet sich durch die Ausführung: sehr kleinteiliger Rapport, heller Beigefond statt Rot oder Dunkelblau und Konturen aus Seide. Wer zwei Teppiche nebeneinanderlegt, erkennt den Moud an der Feinheit der Rosetten und am kurzen Flor.
Worauf sollte ich beim Online-Kauf eines Moud-Teppichs achten?
Bestehen Sie darauf, dass Knoten pro Quadratmeter, Florhöhe in Millimetern und das Konturmaterial als Text in die Rechnung wandern, nicht nur in die Artikelbeschreibung – nur dann haben Sie bei einer Abweichung überhaupt eine Handhabe. Verlangen Sie außerdem ein Bild mit einem Zollstock im Anschnitt: Es belegt die Maße und macht die Feinheit der Zeichnung vergleichbar. Und achten Sie auf ein Rückgaberecht, denn der tatsächliche Farbton ist auf Bildschirmen kaum zu beurteilen.
Wie hoch ist der Seidenanteil in einem Moud-Teppich wirklich?
Bei der klassischen Ausführung liegt er meist zwischen drei und acht Prozent des Flormaterials, weil nur die Konturlinien aus Seide bestehen. Händlerangaben wie „Wolle mit Seide“ sind deshalb kein Qualitätsversprechen – sie treffen auf einen Teppich mit wenigen Seidenlinien genauso zu wie auf ein aufwendig gearbeitetes Stück. Es gibt daneben auch Mouds mit vollflächigem Seidenflor; die liegen preislich in einer anderen Klasse und werden ausdrücklich als Seidenteppiche verkauft.
Lohnt sich ein gebrauchter Moud-Teppich?
Ja, mit einer Einschränkung beim Format. Die Importwelle brachte vor allem Zimmergrößen nach Deutschland, und genau die kommen heute in Mengen aus Haushaltsauflösungen zurück; dort ist die Auswahl groß und der Preisdruck hoch. Läufer und Brücken sind dagegen knapp, weil sie stärker beansprucht wurden und selten gut erhalten überdauern. Wer ein kleines Format sucht, sollte deshalb Geduld einplanen und beim passenden Stück zugreifen.
Moud-Teppich verkaufen – wie gehe ich vor?
Prüfen Sie zuerst die Maße an beiden Längskanten: Handgeknüpfte Stücke laufen leicht unregelmäßig, und eine Abweichung von mehreren Zentimetern ist normal, wirkt in der Anzeige aber wie ein Fehler, wenn sie nicht erwähnt wird. Notieren Sie außerdem, ob Sie ein Zertifikat oder eine alte Rechnung haben – bei Moud hilft das der Zuordnung, weil die Provenienz mit Birjand verwechselt wird. Mehr braucht es zu Beginn nicht; alles Weitere besprechen wir, sobald wir die Bilder gesehen haben.
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